hartzcore I
feldversuch sozialabbau in deutschland


6/5/2005

das design bestimmt das bewusstsein

Veröffentlicht von: laborleiter @ 14:57 [ vor 6 Jahren, 9 Monaten ]

das arbeitsamt hat ein neues logo. laut blog.handelsblatt hat die reine logo-erstellung 30.000 euro gekostet.

Wer ein wenig Geschick mit Grafikprogrammen an den Tag legt, kann jetzt viel Geld verdienen meint roxomatic

jetzt weiss ich auch, weshalb ich auf keinen grünen zweig komme.
bei einer rechnung von über 300 euro würde ich wahrscheinlich schon schwitzige hände bekommen, bei einem stundensatz von 100 euro für den grafiker kommen in diesem fall 300 arbeitsstunden zusammen; 290 stunden einarbeitung ins grafikprogramm, 9 stunden pinckelpause, 1 stunde erstellung der grafik.

wobei der werbeblogger darauf verweist, dass es natürlich nicht mit der puren logo-erstellung getan ist und die probleme tiefer gehen

Der Fehler wurde woanders und zu einem viel früheren Zeitpunkt gemacht. An dem Politiker-Schreibtisch, an dem man meinte, man könnte die Arbeitslosenwelt schön und neu und bunt machen, wenn man die fehlende Arbeit statt in einer Anstalt in einer Agentur verwaltet

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26/4/2005

elektronische fußfessel für langzeitarbeitslose

Veröffentlicht von: laborleiter @ 10:40 [ vor 6 Jahren, 9 Monaten ]

justizminister dr.christean wagner informiert auf der cebit über das hessische projekt.

Die Fußfesselträger werden zu einer für ihre Verhältnisse hohen Selbstdisziplin und zur Erfüllung des ihnen vorgegebenen Wochenplans angehalten. Die elektronische Fußfessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance, zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit gerade auch ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die Überwachung mit der elektronischen Fußfessel kann eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Justizministerium Hessen

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17/4/2005

mehr zuverdienst bei algII

Veröffentlicht von: laborleiter @ 17:01 [ vor 6 Jahren, 9 Monaten ]

überall in der brd lässt die deutsche presse wieder ihre lobeshymnen erschallen. für wie blöd halten die ihr leser eigentlich?

Langzeitarbeitslose dürfen künftig vom hinzuverdienten Einkommen mehr behalten. Bundesregierung und Union verständigten sich über höhere Zuverdienst-Möglichkeiten. Danach werden künftig bei einem Erwerbs-Einkommen von bis zu 800 Euro 20 Prozent nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. Zudem gilt ein Grundfreibetrag von 100 Euro, der vollständig anrechnungsfrei ist. Dieser soll die bisher geltenden Absetzbeträge für Werbungskosten ersetzen. tagesschau

der berg kreiste und gebar eine maus. wie schon bei der alten regelung* bleibt auch bei diesem grossen werk der politik, kaum was übrig bei leuten die viel leisten und die last der weiten anfahrt auf sich nehmen. allenfalls der arbeitsplatz direkt um die ecke lässt etwas im geldbeutel zurück.

was tut ihr euch da eigentlich immer in den tee in berlin? høgørøk schädel eksplosion?

Der Politiker ist ein Akrobat. Er hält das Gleichgewicht dadurch, daß er das Gegenteil von dem sagt, was er tut. Maurice Barrès

(* 0,06 euro erstattung für 1 km einfache fahrt zur arbeitsstätte reichte gerademal für benzin bei einem 2,75 liter auto. wertverlust und reperaturen sollten vom algII bezahlt werden)



16/4/2005

saarbrücker resolution

Veröffentlicht von: laborleiter @ 16:22 [ vor 6 Jahren, 9 Monaten ]

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine und Ottmar Schreiner, MdB, unterstützen als Erstunterzeichner eine »Saarbrücker Resolution«, mit der eine überparteiliche Initiative die Bundesregierung auffordert, das Gesetz für moderne Dienstleistung am Arbeitsmarkt, auch „Hartz IV“ genannt, sofort zurückzunehmen. Initiator der Resolution ist Markus Lein aus Saarbrücken, Mitbegründer der Linkspartei Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG). Weitere Unterzeichner der Resolution sind der Landesvorsitzende der Gewerkschaft ver.di-Saar, Rolf Linsler, der Geschäftsführer der IG-Bau, Bezirksverband Saar-Trier, Reiner Gehring, Professor Heinz Bierbaum, Leiter des Info-Institutes, sowie Vertreter verschiedener sozialer Organisationen.
junge welt

I. Die Grundrechte (Art. 1 - 19)

Artikel 12
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.



10/3/2005

taten sprechen lauter als worte

Veröffentlicht von: laborleiter @ 15:36 [ vor 6 Jahren, 11 Monaten ]

»Ich käme mit 345 Euro über die Runden«
SPD-Politiker findet »Hartz IV« voll in Ordnung. Eventuell kleinere Nachbesserungen – mehr aber nicht. klaus brandner, spd

jemand in einem funktionierenden haushalt hat da leicht reden, die waschmaschine ist neu, der kleiderschrank mit gut erhaltenen klamotten gefüllt, das haus ist abbezahlt, strom und wasser kommen aus der leitung.

wie wäre es mit einem feldversuch unter realistischen bedingungen, bei dem alle dinge des täglichen bedarfs von den 345 euro bestritten werden müssen?

eine freie wohnung dürfte zu finden sein. möbel und bekleidung sind in der hiesigen sozialstation schnell besorgt und schon geht es auf ins richtige leben.



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