hartzcore I
feldversuch sozialabbau in deutschland


2/2/2007

Ein-Euro-Job * Soziale Arbeitsgelegenheiten

Veröffentlicht von: laborleiter @ 16:53 [ vor 3 Jahren, 7 Monaten ]

aus betrieblicher und arbeitsmarktpolitischer Perspektive

Dass die Betriebe die Mehrzahl der Zusatzjobber als geeignet für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt einschätzt, bedeutet jedoch nicht, dass ein Übergang auch möglich ist. Nur bei 2% aller geeigneten Zusatzjobber wird beabsichtigt, diese in die Belegschaft zu übernehmen, bei weiteren 5% denken die Betriebe darüber nach. Für alle anderen besteht die Möglichkeit der Übernahme aus betrieblicher Sicht nicht.

Unsere Untersuchungsergebnisse geben aber Indizien dafür, dass etwa jeder zweite Betrieb zumindest einen Teil seiner beschäftigten Zusatzjobber nicht im Sinne des Gesetzgebers einsetzt. So nutzt ein Teil der Betriebe Soziale Arbeitsgelegenheiten für unerlaubte Tätigkeiten, wie zum Beispiel für Krankheitsvertretungen oder Überstundenabbau der regulären Belegschaft. In einigen Fällen werden Zusatzjobs zum Personalabbau genutzt (direkte Substitution von Arbeitsplätzen), häufiger werden Arbeiten der regulären Belegschaft auf Zusatzjobber übertragen (schleichende Substitution von Beschäftigungsinhalten), was längerfristig ebenfalls zum Personalabbau bei der regulären Belegschaft führen kann.

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)





25/1/2007

harte zeiten für erwerbslose

Veröffentlicht von: laborleiter @ 11:48 [ vor 3 Jahren, 7 Monaten ]

Gute Zeichen am Arbeitsmarkt? Aufschwung? Die Wahrheit sieht anders aus. Mit allen Mitteln versucht die Bundesregierung Erwerbslose aus den Statistiken zu nehmen. Die versprochenen Zahlen müssen stimmen. Also werden Arbeitslose durch Jobs jedweder Art gejagt. Ein gutes Mittel dazu sind ebenso die seit Jahresbeginn in Kraft getretenen neuen Sanktionen. Lehnt ein Erwerbsloser eine zumutbare Arbeit ab – wobei Zumutbarkeit eher durch Fallmanager in den Behörden definiert wird – treten erhebliche Sanktionen gegen ihn im Gang. Dies geht bis zum Wegfall der Leistungen im Wiederholungsfalle. Laut Pressemeldung der Arbeitsagentur (17.01.2007) müssen besonders Arbeitslosengeld II-Empfänger alle Möglichkeiten ausschöpfen, ihre Hilfebedürftigkeit zu beenden oder zu verringern. Dazu gehöre, dass jede (!) zumutbare Arbeit aufgenommen werden muss oder an Fördermaßnahmen – egal welcher Unsinn sich dahinter verbirgt – teilzunehmen. Wer ohne wichtigen Grund gegen diese Pflichten verstößt, dem werden für 3 Monate die Leistungen um 30 % gekürzt und bei wiederholter Pflichtverletzung um weitere 30 %.

pr-sozial

entscheidend für das überleben im paragraphen-dschungel ist die eigene sachkunde, die man sich im idealfall in einer selbsthilfegruppe erwirbt.

sollte eine solche nicht in der nähe sein und sich auch nicht gründen lassen, hilft nur noch das handbuch für einzelkämpfer.



18/1/2007

7 wochen leben mit hartz IV

Veröffentlicht von: laborleiter @ 12:58 [ vor 3 Jahren, 7 Monaten ]

Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche will eine Aktion unter dem Motto «7 Wochen leben mit Hartz IV» starten. Während der Passionszeit vom 21. Februar bis 7. April könnten Interessierte im eigenen Leben überprüfen, was es bedeute, etwa als Alleinstehender mit 345 Euro im Monat für den Lebensunterhalt auskommen zu müssen, teilte die Diakonie heute mit.

social times (via hartz blogg)

Armut hat viele Gesichter und viele Ursachen. Sie ist mehr als nur Einkommensarmut. Häufig kommen bei bedürftigen Menschen mehrere Belastungen zusammen, wie etwa geringes Einkommen, ungesicherte und zudem schlechte Wohnverhältnisse, hohe Verschuldung, chronische Erkrankungen, psychische Probleme, langandauernde Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung und unzureichende Hilfen.“

leben-mit-hartz-iv

diese selbstversuche geben natürlich immer nur einen einblick in die situation. in der regel findet der feldversuch in einem umfeld statt, dass nicht der lebenssituation eines algII-empfängers entspricht. die gegenstände des täglichen bedarfs sind noch relativ neuwertig, sodass die mittel zur wiederbeschaffung dieser nicht angespart werden müssen und in die täglichen lebenshaltungskosten einfliessen können.



27/12/2006

„waschen und rasieren - gibt uns einen job!“

Veröffentlicht von: laborleiter @ 13:06 [ vor 3 Jahren, 8 Monaten ]

Das für den 2. Januar geplante Happening: „Waschen und Rasieren - Kurt Beck gibt uns einen Job!“ kann nun doch, wie geplant stattfinden. Noch vor Weihnachten wurde den Veranstaltern inoffiziell mitgeteilt, dass der Landtagspräsident keine Ausnahmegenehmigung erteilen wolle. Am 2. Januar wollen zahlreiche Erwerbslose mit symbolischem Waschen und Rasieren deutlich machen, dass es sich der SPD-Vorsitzende zu einfach macht, wenn dies das Kriterium für die Überwindung der Arbeitslosigkeit sei. Zudem sollen dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten zahlreiche ernst gemeinte Bewerbungsmappen übergeben werden. Beck solle zeigen, ob er sich auch für andere persönlich einsetzt oder sein Einsatz im Fall Henrico F. nur eine Wiedergutmachung für seine verbale Entgleisung war.

erwerblosen forum deutschland



8/12/2006

wenn der weihnachtsmann nicht kommt

Veröffentlicht von: laborleiter @ 13:32 [ vor 3 Jahren, 9 Monaten ]

Eine vom Erwerbslosen Forum Deutschland und dem Online-Magazin „gegen-hartz.de“ durchgeführte Umfrage bei 7065 Hartz IV-Betroffenen ergab, dass 94 Prozent aller Befragten für das Weihnachtsfest nur bis zu 10 EUR tatsächlich zur Verfügung haben. Von diesem Betrag sind die Sonderausgaben für Geschenke, Essen und Weihnachtsschmuck zu bestreiten. Die Initiative sieht sich darin bestätigt, dass die Regelsatzverordnung keinen Spielraum für besondere Anlässe zulässt und wirft der jetzigen und vorherigen Bundesregierung bewusste Täuschung der Öffentlichkeit vor. Bei Kindern unter 14 Jahren sind laut Eckregelsatzberechnung für Spielsachen 76 Cent monatlich oder 9,12 EUR für das ganze Jahr vorgesehen. Um Weihnachten dennoch zu feiern, müssten die Menschen Schulden machen oder Gelder ausgeben, die für andere Ansparungen vorgesehen sind.

erwerbslosen forum deutschland



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