in was für einer gesellschaft wollen wir leben?
die alternative zum innovationsfreudigen “du bist deutschland” lautet diegesellschafter
Wie wäre es mit einer Gesellschaft, die Heimat sein kann für alle Menschen, die in ihr leben? Wie wäre es mit einer Gesellschaft, die sich darauf besinnt, was Demokratie ist – nämlich, und das ist die schönste Definition, die ich für Demokratie kenne, „eine Gesellschaft, die ihre Zukunft miteinander gestaltet“. Miteinander gestaltet! Miteinander! Damit verträgt es sich nicht, wenn immer mehr Menschen ausgegrenzt werden: Arbeitslose, sozial Schwache, Menschen mit Behinderungen, Ausländer, Flüchtlinge, Einwanderer. Demokratie und Sozialstaat gehören zusammen. Die Bürgerinnen und Bürger einer Demokratie brauchen, um Bürgerin und Bürger sein zu können, Ausbildung und Auskommen, sie brauchen eine leidlich gesicherte Existenz, sie müssen frei sein können von Angst um die eigenen Lebensverhältnisse. Ein Patriot ist der, der dafür sorgt, dass Deutschland Heimat bleibt für alle Altbürger und Heimat wird für alle Neubürger. Das nennt man Integration und das ist das Gegenteil von Ausgrenzung Heribert Prantl
die menschenwürdige zukunft besteht eben nicht nur aus wirtschaftlichem “wachstumspotential“, das einige ungestört für sich ausschöpfen dürfen, während andere sich eher wie “du bist arbeitsbiene” oder, wenn gerade nicht im produktionsprozess gebraucht, schon mal als “du bist scheissendreck” fühlen.
Die gedrückte Stimmung der Deutschen wird von den Kampagnemachern aber nicht auf steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Löhne zurückgeführt, wie es die Vernunft nahe legt, sondern die Arbeitslosigkeit wird umgekehrt als Folge schlechter Laune dargestellt, also als ein Privatphänomen, das jederzeit durch innere Einkehr und positives Denken korrigiert werden könnte.
die kehrseite dieser standortslogik, lässt sich auch mit einem guten werbeslogan nicht bei guter stimmung ertragen - mit 4,50 € täglich für ernährung ist der kaviar schon alle, bevor die party richtig los geht.



Hallo Hartzcore!
Habe deinen Beitrag verlinkt.
Übrigens hat sich geringfügig die Absurd-AG URL verändert. Mußte alles neu aufsetzen.
Gruß
Osram Unke
Kommentar von Osram Unke — 18/6/2006 @ 03:52
Sehr zu empfehlen ist auch “Kein schöner Land”, das letzte Buch von Heribert Prantl, indem er sich bemüht den Wert sozialer Gerechtigkeit (den Sozialstaatsfeinden gegenüber) zu verteidigen: “Der Spzialstaat ist Heimat. Beschimpfen kann ihn nur der, der keine Heimat braucht…”
Kommentar von mc — 11/7/2006 @ 22:22